Südalbanien - ACT Greece Day 8 / 2025

erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Oder einfacher gesagt, dieser Tag war nichts für Blümchenpflücker.


Es kommt immer anders als man denkt. Und dann kann man entweder den Kopf in den Sand stecken oder halt einfach sich dem fügen, was passiert und sich arrangieren. Aber erst mal der Reihe nach.

ab hier fing alles an. Eine Party zu viert

Es ist so um die 07:00 als wir von der Sonne und den Vögeln geweckt werden. Aber erst mal ein Rückblick auf den gestrigen Abend. Der endete nicht dort wo ich geschrieben hatte sondern freucht fröhlicher mit viel Blödsinn. Na ja, war ja auch keiner da, ausser wir und ausser ein gutes Dutzend Mountainbiker, die im Wald rumwühlten.


Wir stehen also auf und Morini hat schon Feuer gemacht. Es ist etwas frisch noch. Aber schnell die Kaffeekanne ausgepackt und Kaffee gekocht. Danach packen wir zusammen und machen ein Gruppenfoto. Dann gehts ja auch schon wieder los.






Der heutige Tag steht im Zeichen nass von oben, nass von innen und nass von unten. Ja von unten. Aber dazu später mehr und erst mal der Reihe nach.

Auf direktem Weg geht es volle Kanne über tausend Kurven direkt in eine Taverne. Wir sagen zu allem "Ja" was uns der Herr des Hauses auftischen will. Wir gehen "all in" und haben ein Top Frühstück vor uns mit Wurst, Rührei mit Käse und Käsetoast und Cappuccino. Wir hauen alles weg was es zu futtern gibt. Kein Wunder nach so einem vergangenen Tag und feuchtfröhlicher Nacht.



Wir fahren weiter in das nächste Dorf um zu tanken. Ich hatte in der Planung diese Tanke ausgemacht als einzige im Umkreis von 100km, um dann zu merken, dass es noch drei andere hatte und die sogar noch günstiger waren. Na toll. Das fängt ja super an. Aber egal.

Wir biegen irgendwo im nirgendwo auf den track ein und fahren durch einen Wald mit tiefen Pfützen und Furchen. Samba parkiert auf der Seite. Also aufstellen, Krone richten und weiter. Wir erreichen die Passhöhe und es fängt an zu donnern und zu blitzen. Oha, das wird wohl heiter. Stur und ignorierend fahren wir weiter zu track 2. Es fängt an zu regnen, alles ist noch gut. Doch dann fängt es an zu giessen, sodass wir erst mal die Regenklamotten anziehen. Nach 30 Minuten kommen grössere Wassermassen den Hang herunter. Also gut, umkehren und über die Strasse den Track umfahren. Wir müssen uns geschlagen geben. Das wäre sonst zu heftig gewesen.


Wir erreichen die Anhöhe Psili Rachi auf 1780m Höhe. Es sind 7 Grad, die Handschuhe nass, der Akku der Actioncam leer und wer hat schmeisst die Griffheizung an. In strömendem Regen fahren wir über die Hauptstrasse, die entweder geschottert, asphaltiert oder nur teilasphaltiert sind. Eventuell wachsen schon Sträucher aus der Strasse. Und wenn nicht dort, dann wachsen die Sträucher einfach in die Strasse hinein. Dann verkommt eine gestandene Strasse zum Strässchen. Es kann auch sein, dass inmitten einer Kuve der Asphalt einfach aufhört. Das muss man berücksichtigen, wenn man kein grösseres Malheur haben will.



Unser selbstgebastelter Alternativtrack bringt uns halbwegs trocken über die Pisten, die fahrbar sind. Halt nicht trocken aber egal. Nun geht es so steil abwärts dass uns klar ist, dass wir da nicht wieder hoch kommen. Wir rutschen mit unseren schweren Karren den Abhang hinunter und sind froh, unten zu sein. So, alles gut denken wir noch, bis sich vor uns der Fluss Evinos entgegengestellt. HUUUUUCH. Erst mal absteigen, den Anblick verdauen und durch den Fluss waten. Müsste eigentlich gehen. Und dann surrt auch schon Sambas Drohne und alles was wie eine Kamera aussieht, wird in den Aufnahmemodus geschaltet. Achtung Fertig los. Marc macht den Anfang. Oh welch Wunder, alles gut gegangen, die Fuhre springt von links nach rechts aber er fällt nicht um.






Das kann ich auch. Nun ja, nicht immer, wie der gestandene Blogleser weiss. Ich bin heute extraschlau und schalte schon mal den Airbag ab, um die 100 Fr. teure Patrone zu sparen, sollte sie bei einer gewissen Schräglage der Mopette zünden und den Airbag aufblasen. Ich fahre als Zweiter, auch hier ein hin und her, aber auch das hüpft sich gut durch das kühle Nass. Auch hier kein Umfaller. Morinis Moto Guzzi hat's auch geschafft. In ein paar Tagen wissen wir, ob sie durchgerostet ist oder nicht. Samba kämpft sich mit der mit Abstand schwersten Karre durch die Fluten und um ein Haar wäre das Einfamilienhaus auf 2 Räder gekippt. Eine Fliege hätte gereicht, um die Karre zu Fall zu bringen und Sambas Maschine wäre klaglos abgesoffen. Doch meine rettende Hand hat mit wenig Aufwand den Untergang verhindert. Ha, das gröbste ist geschafft. Ja ja, könnte man meinen. Natürlich könnte man hier weniger heroisch schreiben und stattdessen Wörter benutzen wie "Muffensausen", "Herzrasen", "Angstschweiss", "Bloss nicht hinfallen" oder "Ich werde hier mein Ende finden". Aber ersteres gefällt mir einfach besser :-).





Es geht weiter und wir sind alle verschwitzt. Wir finden wieder auf den offiziellen track und kommen an der zweiten Furte vorbei. Ja super, nicht schon wieder. Ich erinnere mich an den offiziellen Film, wo man zu dritt die Karren hindurch würgte. Doch wir nehmen das sportlich alleine in Angriff. Jeder kommt durch. Meine Karre vergräbt sich am ende der Durchfahrt. Zu dritt kriegen wir die Karre wieder flott und es geht weiter. Es geht steil hoch. Nun sind wir so ziemlich K.O. und wir entschliessen uns, direkt ins Hotel zu navigieren. Doch auch das braucht wieder Zeit, wie das halt immer in den Bergen ist.

Wir kommen in Anochora an und checken im Hotel ein. Die Dusche ist so ziemlich das highlight des Tages. Wir haben sogar noch gewartet, bis der Boiler heiss war. Wir essen wieder gut griechisch und während ich diese Zeilen schreibe, werden wir alle müder und müder und müder.

Morgen geht's dann nach Nafpaktos. Nafpaktos soll eine schöne Stadt sein. Mal schaun, ob wir dort in einem 5 Sterne Wellnesshotel einchecken werden. Dann hätten wir von Wildcamping über Guesthouse bis zum Wellnesstempel alles erlebt. Aber das ist eine andere Geschichte, die erst noch geschrieben werden muss. Und da kann eh wieder alles anders kommen.

Spicki

Kommentare

  1. Weiter so, es macht richtig Spass das alles aus dem trockenen zu lesen.... :-)

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